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Sitz von Willehalm und GyburcAlterssitz WillehalmsAlyscampsle Herault
Seine letzten Jahre verbrachte der über neunzigjährige Willehalm auf seiner Burg “Le Verdus” abgeschieden von der Welt und sann, wie er die Geschichte des Grals unverfälschbar über die Jahrtausende retten könne. Er war sich klar darüber, daß Rom jedes Dokument, das er hinterließ, vernichten würde. Auch sein vom ihm gestiftetes Kloster war kein geeigneter Ort für eine getreue Überlieferung. Um die Quelle rein zu erhalten, beschloß er, sein Wissen zwei verschiedenen Blutslinien (sang real) mündlich anzuvertrauen. Diese sollten den realen Gesang vor der Politik Roms verborgen halten und durch das dunkle Mittelalter tragen. Zu gegebener Zeit würde die Geschichte des Grals unverfälscht wieder ins Bewußtsein der Menschheit treten können. Wolfram von Eschenbach stieß dreihundert Jahre nach Willehalms Entschluß auf die reine Quelle bei Hermann, dem Landgrafen von Thüringen. Aus gutem Grund konnte er sich immer wieder auf die rechte Tradition berufen. Er bezeichnet im Parzival seine Quelle mit Kiot(Guillaume). Die andere Line, die von Chrétien de Troyes in Flandern gefunden wurde, hat die Jahrhunderte nicht rein überstanden. Sie wurde verfälscht und stimmt nur noch in Teilen mit dem wirklichen Gralsgeschehen überein.

Wolfram hat uns mit seinem “Willehalm” ein Dokument hinterlassen, mit dem für die Wahrheit die Brücke über Jahrtausende geschlagen wurde, so wie es Willehalm einst auf “Verdus” beabsichtigt hat. Grund genug für den Versuch einer poetischen Transformierung des alten Textes in die Sprache unserer Tage (–> Audios und Texte) .

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